"Leipzig's visual artists as actors of urban change: Articulating the intersection between place attachment, professional development and urban pioneering."

Leipzigs Bildende Künstler als Akteure städtischen Wandels: Eine Untersuchung der Schnittpunkte Ortsbindung, berufliche Entwicklung und Raumstrategien.

2014

independent research project (MSc Dissertation at King's College London)

qualitative research (17 interviews), literature review, research paper development, stakeholder engagement, presentation at conferences

This paper looks at the role of visual artists for urban change in Leipzig through the study of artist’s livelihoods and their engagement with the city in form of urban pioneering and professional development. Visual artists are actors of urban change in Leipzig because they share a sense of place attachment and common identity with the city. This leads to the attraction and retention of artists who are expanding and diversifying the existing cultural economy. Visual artists along with their exhibition and house projects have visible impact on the re-urbanisation of the city and the gentrification of specific neighbourhoods.

After Reunification, Leipzig experienced a dramatic loss of population following major economical restructuring, resulting in unemployment and housing vacancies. Recent research underlines a process of re-urbanisation that draws young people—among them visual arts students—back to the city to enter higher education or to find work. Leipzig is renowned for its active visual arts scene embodied in the New Leipzig School movement and the renowned Leipzig Academy of Visual Arts, which is not just an incubator for creative talent but also an important interface for the local visual arts economy.

Previous quantitative research on the city’s attractiveness to creative and cultural professionals has identified a variety of talent attraction and retention factors that contribute to artist’s place attachment e.g. strong personal networks, a diverse cultural economy and affordability of space. This paper adapts these general factors to the group of visual artists to identify specific processes that govern their urban and economic positions at a transition from higher education to professional artistic practice. Through qualitative methods, this research articulates causation, tensions and contradictions that describe the livelihoods of visual artists within a complex contextual realm between artistic autonomy and an expanding neo-liberal field.

 

Qualitative Forschung (17 Interviews), Aufarbeitung von Fachliteratur, Entwicklung eines Thesenpapiers, Dialog mit Interessengruppen, Präsentation der arbeit bei Fachkonferenzen

Dieses Thesenpapier beschäftigt sich mit Leipzig's Bildenden Künstlern und deren Einfluss auf den Wandel der Stadt, was durch die Erschließung von Räumen und neuen Nutzungsmöglichkeiten sichtbar wird. Bildende Künstler sind in diesem Fall Akteure städtischen Wandels, weil sie im Verlauf der für dieses Projekt geführten Gespräche das besondere Ortsbindungspotenzial der Stadt Leipzig intensiv thematisierten. Diese Dynamik wiederum birgt große Anziehungskraft auf nationaler und internationaler Ebene, was nicht nur Künstler sondern auch andere meist studentische Demografien anlockt. Dies treibt die Reurbanisierung der Stadt an, ist aber zugleich auch der Ursprung des kritischen Umgangs mit ihr.

Mit der Wende und der damit verbundenen wirtschaftlichen Umstrukturierung in den neuen Bundesländern, hat Leipzig einen großen Bevölkerungsverlust hinnehmen müssen. Dies führte zu Arbeitslosigkeit, Abwanderung und innerstädtischen Wohnungsleerstand. Aktuelle Forschungsergebnisse jedoch berichten von einer stetigen Reurbanisierung der Stadt bedingt u.a. durch den Zuzug junger Bevölkerungsgruppen inklusive Studenten der renommierten Hochschule für Buchkunst und Grafik.  Diese ist internationales Aushängeschild der Stadt, da sie den Begriff und den damit verbundenen Hype um die 'Neue Leipziger Schule' prägte. Die Kunsthochschule fungiert nicht nur als Ort beispielloser Kunstausbildung, sondern kann auch als Knotenpunkt des Leipziger Kunstmarktes verstanden werden, was nicht selten zu Spannungen mit Autonomie-verfechtenden Kunststudenten führt.

Vorherige Untersuchungen haben sich konkret mit der Attraktivität der Stadt für Kulturschaffende beschäftigt, wobei  bestimmte Anziehungs- und Ortsbindungsfaktoren erfasst wurden. Besonders stark war dabei die Assoziation von Ortsbindung mit persönlichen Netzwerken, mit erschwinglichem Wohn- und Arbeitsraum und der damit verbundenen Lockerheit, die das kulturelle Angebot der Stadt nachhaltig prägt. Dieses Forschungsprojekt untersucht die o.g. Faktoren anhand der Berufsgruppe der Bildenden Künstler, um konkrete Positionen und Strategien offen zu legen, die deren Werdegang vom Studium ausgehend bis hin zur beruflichen Verstetigung beschreiben. Durch diese Ergebnisse, können neue ortsspezifische Ursächlichkeiten und Spannungsfelder offen gelegt werden, die die vom städtischem Wandel geprägten Lebenswelten von bildenden Künstlern (zwischen Autonomie und Kunstmarkt) beschreiben.